Metallzaun: Warum Verzinkung und Gründung die Lebensdauer bestimmen
Beim Metallzaun entscheidet der Korrosionsschutz über die Lebensdauer und die Gründung über die Standfestigkeit. Eine feuerverzinkte Doppelstabmatte hält bei sachgerechter Montage 25 bis 30 Jahre ohne Nachbehandlung, ein pulverbeschichteter Zaun ohne Verzinkung darunter rostet an jeder Schnittkante binnen weniger Jahre. Bauart, Höhe und Pfostenabstand folgen daraus.

Welche Arten von Metallzäunen gibt es?
Unterschieden werden Doppelstabmattenzaun, Gittermattenzaun, Schmuckzaun aus Stahlprofilen, Aluminiumzaun und Maschendrahtzaun mit Metallpfosten. Sie unterscheiden sich in Stabstärke, Sichtwirkung, Preis je laufendem Meter und im Aufwand für die Gründung.
| Bauart | Stabstärke | Preis je lfd. Meter | Lebensdauer |
|---|---|---|---|
| Doppelstabmatte 6/5/6 | 6 und 5 mm | 35 bis 60 Euro | 25 bis 30 Jahre |
| Doppelstabmatte 8/6/8 | 8 und 6 mm | 55 bis 90 Euro | über 30 Jahre |
| Schmuckzaun Stahl | Profilrohr | 120 bis 300 Euro | 30 bis 40 Jahre |
| Aluminiumzaun | Profil, 1,5 bis 2 mm | 100 bis 220 Euro | über 40 Jahre |
| Maschendraht | 2,8 mm Draht | 12 bis 25 Euro | 15 bis 20 Jahre |
Die Doppelstabmatte in der Ausführung 6/5/6 deckt den Standardfall an Grundstücksgrenzen ab. Die senkrechten Stäbe von 5 Millimetern werden von zwei waagerechten mit 6 Millimetern umfasst, was die Matte gegen Verwindung aussteift.
Die Ausführung 8/6/8 kostet rund die Hälfte mehr und ist dort sinnvoll, wo Tiere oder Bälle gegen den Zaun kommen. Bei Höhen ab 1,80 Metern ist sie auch statisch die sicherere Wahl.
Aluminium rostet nicht und wiegt rund ein Drittel von Stahl, erreicht aber bei gleichem Querschnitt nur etwa ein Drittel der Festigkeit. Für Sichtzäune reicht das, für Sicherungsfunktion nicht.
Merke: 6/5/6 an der Grenze, 8/6/8 dort, wo etwas dagegen fliegt oder springt.
Ob der Zaun hält, entscheidet sich unter der Erde.
Wie werden die Pfosten richtig gesetzt?
Pfosten werden in Punktfundamente aus Beton gesetzt, mindestens 80 Zentimeter tief, damit sie unter der Frostgrenze stehen. Der Durchmesser beträgt das Drei- bis Vierfache der Pfostenbreite, der Abstand richtet sich nach der Mattenbreite von üblicherweise 2,50 Metern.
Die Frosttiefe ist der Grund für die 80 Zentimeter. Gefrierendes Wasser im Boden hebt flacher gegründete Fundamente über die Jahre an, wodurch der Zaun nach drei bis fünf Wintern windschief steht.
Das Fundament wird oben leicht kegelförmig abgezogen, damit Wasser abläuft. Steht Wasser am Pfostenfuß, beginnt der Korrosionsangriff genau dort, wo er später nicht sichtbar ist.
Eckpfosten und Endpfosten brauchen größere Fundamente, weil sie Zugkräfte aus zwei Richtungen aufnehmen. Ein Volumen von rund 60 Litern gegenüber 40 Litern am Mittelpfosten ist der übliche Ansatz.
Merke: 80 Zentimeter tief, oben kegelig abgezogen, Eckpfosten größer als Mittelpfosten.
Der zweite Faktor für die Lebensdauer sitzt an der Oberfläche.
Welcher Korrosionsschutz hält am längsten?
Am längsten hält die Feuerverzinkung nach DIN EN ISO 1461 mit einer Zinkschicht von 55 bis 85 Mikrometern. Eine zusätzliche Pulverbeschichtung darüber, bekannt als Duplex-System, verlängert die Schutzdauer um das Ein- bis Zweifache der Einzelsysteme.
Am Markt üblich sind drei Verfahren, die sich in Schichtdicke und im Verhalten an Verletzungen unterscheiden:
- Feuerverzinkung: Das Bauteil wird in flüssiges Zink getaucht, die Schicht verbindet sich metallisch mit dem Stahl. Schützt auch an Schnittkanten, weil Zink kathodisch wirkt.
- Galvanische Verzinkung: Elektrolytisch aufgebrachte Schicht von 5 bis 20 Mikrometern. Deutlich dünner, in Außenbereichen nur in Verbindung mit einer Beschichtung sinnvoll.
- Pulverbeschichtung auf blankem Stahl: Rein organische Schicht ohne kathodischen Schutz. Wird sie verletzt, unterwandert Rost die Beschichtung von der Schadstelle aus.
Die Feuerverzinkung ist der einzige Schutz, der an einer Beschädigung weiterarbeitet. Zink löst sich dort bevorzugt auf und schützt den freiliegenden Stahl, statt ihn wie eine Lackschicht nur abzudecken.
Beim Duplex-System liegt die Beschichtung auf der Zinkschicht. Beide Systeme zehren dann langsamer, weshalb die Schutzdauer höher ausfällt als die Summe der Einzelsysteme.
Entscheidend ist die Reihenfolge im Angebot. Steht dort nur pulverbeschichtet ohne Angabe einer Verzinkung, fehlt der Grundschutz, und an jeder Bohrung beginnt der Rost.
Merke: Im Angebot muss feuerverzinkt UND beschichtet stehen. Beschichtet allein genügt nicht.
Vor der Bestellung klärt sich die zulässige Höhe.
Welche Höhe ist ohne Genehmigung zulässig?
An der Grundstücksgrenze sind je nach Landesbauordnung Einfriedungen bis 1,80 oder 2,00 Meter verfahrensfrei. Bebauungspläne und örtliche Gestaltungssatzungen können strengere Vorgaben machen, zur Verkehrsfläche hin gelten häufig 1,20 Meter.
Der Bebauungsplan hat Vorrang vor der Landesbauordnung. Er regelt in vielen Gemeinden Höhe, Material und Sichtdurchlässigkeit von Einfriedungen, teilweise bis hin zur zulässigen Farbe.
An Straßenecken und Grundstückszufahrten gelten zusätzlich Sichtdreiecke. Innerhalb dieser Flächen darf nichts höher als 0,80 Meter stehen, damit die Sicht auf den Verkehr frei bleibt.
Die Rücksprache mit dem Nachbarn ist kein rechtliches Erfordernis, verhindert aber die häufigsten Streitfälle. Eine gemeinsam errichtete Grenzeinrichtung wird anschließend auch gemeinsam unterhalten.
Merke: Erst in den Bebauungsplan schauen, dann bestellen. Die Landesbauordnung ist nur die Obergrenze.
Bei der Kalkulation fehlen im Angebot oft dieselben Posten.
Was kostet ein Metallzaun mit Montage?
Material für eine Doppelstabmatte 6/5/6 mit 1,60 Metern Höhe kostet 35 bis 60 Euro je laufendem Meter, Montage durch einen Fachbetrieb weitere 40 bis 70 Euro. Für 50 Meter Grenze summiert sich das auf 4.000 bis 6.500 Euro einschließlich Tor.
Nicht im Mattenpreis enthalten sind in der Regel Pfosten, Befestigungsschellen, Beton, Tore und der Erdaushub. Diese Posten machen zusammen rund 40 Prozent der Materialkosten aus.
Das Tor ist der teuerste Einzelpunkt. Eine zweiflügelige Einfahrt mit 3 Metern Breite kostet 800 bis 2.000 Euro, ein Schiebetor mit Antrieb das Zwei- bis Dreifache davon.
Zur Einordnung: Der Preisunterschied zwischen Eigenmontage und Fachbetrieb entspricht bei 50 Metern ungefähr den Kosten eines Kleinwagens im Unterhalt für ein Jahr. Dafür übernimmt der Betrieb Aushub, Gründung und Fluchtung.
Merke: Im Angebot Pfosten, Schellen, Beton und Tor einzeln aufführen lassen.
Wie wird ein Metallzaun gepflegt?
Ein feuerverzinkter Zaun braucht keine Pflege. Bei beschichteten Zäunen werden Schadstellen im Frühjahr geprüft und mit Zinkstaubfarbe ausgebessert, Laub und Erde werden am Pfostenfuß entfernt, damit dort keine Dauerfeuchte entsteht.
Die kritischen Stellen liegen an Bohrungen, Schnittkanten und Schweißpunkten. Dort ist die Zinkschicht dünner oder fehlt, und der Rost beginnt genau an diesen Punkten.
Erde und Laub am Pfostenfuß sind die zweite Schwachstelle. Sie halten Feuchtigkeit über Wochen und beschleunigen den Zinkabtrag, weshalb der Bereich im Herbst freigeräumt wird.
Eine weiße Schicht auf frisch verzinkten Bauteilen ist kein Mangel. Diese Zinkblüte entsteht bei Feuchtigkeit ohne Luftzirkulation, wittert über Monate ab und beeinträchtigt den Schutz nicht.
Wie sich die Grenzabstände beim Pflanzen von Gehölzen dazu verhalten, steht im Beitrag zur Auswahl eines Baums für den Garten.
Merke: Einmal im Frühjahr Bohrungen und Schnittkanten prüfen, sonst bleibt der Zaun sich selbst überlassen.