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Komposttoilette im Garten: was sie leistet und was sie verlangt

Eine Komposttoilette arbeitet ohne Wasser und ohne Chemie: Feststoffe und Urin werden getrennt aufgefangen, mit trockenem Einstreu abgedeckt und erst danach kompostiert. Im Garten ersetzt sie damit den Anschluss an den Kanal, der für ein Gartenhaus Grabenarbeiten über die gesamte Strecke bedeuten würde. Der Begriff wird im Handel uneinheitlich verwendet, und zwischen Kompostklo, Humustoilette und Trenntoilette liegen Unterschiede, die über Aufwand und Entsorgung entscheiden.

Komposttoilette aus Holz in einem Gartenhaus

Wie funktioniert eine Komposttoilette?

Eine Komposttoilette sammelt Feststoffe in einem Behälter und lässt sie unter Zugabe von trockenem Material verrotten. Wasser kommt nicht zum Einsatz, Chemie ebenso wenig. Der Abbau geschieht durch Mikroorganismen, die Sauerstoff, Feuchtigkeit in engen Grenzen und Zeit brauchen.

Der Aufbau ist in jeder Bauart derselbe: ein Sitz, darunter ein Behälter, daneben ein Vorrat an Einstreu. Nach jedem Gang wird eine Handvoll Streu über die Feststoffe gegeben, damit die Oberfläche trocken bleibt. Je nach Bauart führt ein kleiner Lüfter die Restfeuchte ab, und genau diese Entfeuchtung entscheidet darüber, ob im Behälter eine Rotte beginnt oder eine Fäulnis.

Der Unterschied zwischen beiden Vorgängen ist der Sauerstoff. Rotte läuft aerob, bleibt warm und riecht nach Waldboden; Fäulnis läuft unter Luftabschluss und erzeugt die Gerüche, die man einer solchen Toilette zuschreibt. Wer sie vermeidet, hält das Material locker und trocken, statt es zu verdichten.

Welche Bauarten der Komposttoilette gibt es?

Im Handel stehen vier Begriffe für ähnliche Geräte: Komposttoilette, Humustoilette, Naturklo und Torfklo. Sie unterscheiden sich weniger in der Technik als im Füllmaterial und darin, ob die Rotte im Gerät oder außerhalb stattfindet.

Das Torfklo arbeitet mit Torfmull als Einstreu und gilt heute als überholt, weil der Abbau von Torf Moore zerstört und Kokos- oder Holzfaser dieselbe Aufgabe erfüllen. Humustoilette und Naturklo bezeichnen meist Geräte mit größerem Behälter, in dem das Material über Monate liegen bleibt. Das Kompostklo im Selbstbau ist dagegen oft schlicht ein Eimer mit Trenneinsatz, bei dem die Kompostierung vollständig draußen stattfindet.

Die Begriffe sind damit kein verlässliches Unterscheidungsmerkmal. Wer ein Gerät vergleicht, sieht auf das Volumen des Feststoffbehälters und darauf, ob eine Durchmischung vorgesehen ist, nicht auf den Namen.

Ob der Abbau in der Toilette selbst stattfindet oder erst danach, ist der Punkt, an dem sich die Bauarten trennen.

Worin unterscheidet sich eine Komposttoilette von einer Trenntoilette?

Eine Komposttoilette kompostiert, eine Trenntoilette sammelt. Beide trennen Urin und Feststoffe, aber die Komposttoilette führt den Abbau im eigenen Behälter weiter, während die Trenntoilette die Behälter nur füllt und das Verrotten einem Kompost außerhalb überlässt.

Die Trennung ist in beiden Fällen die Voraussetzung. Urin und Feststoffe zusammen ergeben ein nasses Gemisch, in dem sich Harnstoff unter Luftabschluss zu Ammoniak zersetzt; getrennt bleibt das Material trocken genug für die Rotte. Deshalb tragen viele Geräte beide Namen, und im Handel stehen Kompostklo, Humustoilette, Naturklo und Trockentrenntoilette oft für dasselbe Prinzip.

Für die Auswahl zählt eine einzige Frage: wo soll der Abbau stattfinden. Eine echte Komposttoilette braucht Volumen und Standzeit im Gerät, eine Trenntoilette bleibt klein und verschiebt beides nach draußen. Im Gartenhaus mit begrenztem Platz fällt die Entscheidung deshalb meist zugunsten der kleineren Bauform, die regelmäßig geleert wird.

Welche der beiden Bauarten im Garten steht, bestimmt damit auch, ob sie sich in Eigenarbeit herstellen lässt.

Lässt sich eine Komposttoilette selbst bauen?

Eine einfache Komposttoilette lässt sich selbst bauen. Nötig sind ein stabiler Kasten, ein Toilettensitz, ein Trenneinsatz, zwei Behälter und ein Vorrat an Einstreu. Der Selbstbau scheitert selten an der Konstruktion, sondern an der Trennung und an der Entlüftung.

Der Trenneinsatz ist das Teil, das sich praktisch nicht improvisieren lässt. Er muss die Flüssigkeit zuverlässig nach vorn ableiten, auch bei wechselnder Sitzposition, und gleichzeitig den hinteren Bereich trocken halten. Einsätze dafür gibt es einzeln zu kaufen, und wer stattdessen eine eigene Lösung baut, hat in der Regel genau den Mischbereich, der später riecht.

Welches Material braucht der Selbstbau einer Komposttoilette?

Für den Selbstbau genügen Mehrschichtplatten oder Siebdruckplatten, ein handelsüblicher WC-Sitz, ein gekaufter Trenneinsatz, ein Urinkanister mit mindestens zehn Litern und ein Feststoffbehälter mit Deckel. Alle Oberflächen im Spritzbereich sollten abwischbar sein.

Unbehandeltes Holz nimmt Feuchtigkeit auf und lässt sich nicht gründlich reinigen, lackierte oder beschichtete Platten dagegen schon. Der Feststoffbehälter sollte sich von oben entnehmen lassen, ohne den Kasten zu zerlegen, sonst wird das Leeren zur Übung in Geduld. Ein Lüfter ist im Selbstbau möglich, verlangt aber Strom und eine Durchführung nach außen.

Mit Platte, Sitz und Kanister ist die Toilette gebaut, nicht aber die Frage beantwortet, ob sich der Aufwand gegenüber einem fertigen Gerät lohnt.

Wann lohnt ein fertiges Gerät statt Selbstbau?

Ein fertiges Gerät lohnt, sobald die Toilette dauerhaft genutzt wird oder im Innenraum steht. Serienmodelle bringen einen erprobten Trenneinsatz, dichte Behälter und eine abgestimmte Entlüftung mit, und genau diese drei Teile entscheiden über Geruch und Haltbarkeit.

Der deutsche Markt ist überschaubar und wird von wenigen Herstellern bestimmt, die ihre Geräte selbst entwickeln. Ein Beispiel dafür ist BioTioo aus Überlingen am Bodensee: Konstrukteur Sascha Gerner meldete das zugrunde liegende Patent im Herbst 2019 an, im Oktober 2020 gingen die ersten Geräte an Kunden, und im Januar 2021 erhielt die Entwicklung den European Innovation Award in der Kategorie Nachhaltigkeit. Gefertigt wird in Überlingen, einschließlich der Lüfter.

Technisch unterscheidet sich die Bauweise an zwei Stellen vom Selbstbau. Der Feststoffbehälter ist herausnehmbar und trägt ein patentiertes Rührwerk, mit dem sich das Material durchmischen lässt, statt es zu verdichten; der Urintank fasst zehn Liter und verlängert damit das Leerintervall, das sonst die Flüssigkeit vorgibt. Die Modellstufen bauen aufeinander auf, vom reinen Tütenbetrieb über ein handbetriebenes Rührwerk bis zur elektrischen Ausführung mit Füllstandsanzeige, und der Lüfter der zweiten Generation erreicht seit Februar 2022 rund 35 Prozent mehr Volumenstrom bei gleichem Stromverbrauch.

Solche Geräte arbeiten ohne Wasseranschluss und ohne Sanitärflüssigkeit und werden deshalb nicht nur im Garten eingesetzt, sondern ebenso im Wohnmobil, im Tiny House, auf dem Boot und in Waldkindergärten. Für den Garten heißt das vor allem: die Bauform ist auf Dauerbetrieb ausgelegt, während ein Selbstbau seine Stärke bei saisonaler Nutzung hat.

Ob gekauft oder gebaut, der laufende Betrieb hängt an einem Material, das in keiner Produktbeschreibung im Mittelpunkt steht.

Welches Einstreu und welche Pflege braucht eine Komposttoilette?

Eine Komposttoilette braucht trockenes, kohlenstoffreiches Einstreu ohne Zusätze. Gebräuchlich sind Hanfstreu, Holzfaser, Kokosfaser, Sägespäne aus unbehandeltem Holz und Rindenmulch. Das Material bindet Feuchtigkeit, verschließt die Oberfläche und liefert den Kohlenstoff, den die Rotte braucht.

Die Pflege besteht aus vier Handgriffen, und keiner davon dauert länger als eine Minute:

  • Nach jedem Gang abdecken: eine Handvoll Streu, bis nichts Feuchtes mehr sichtbar ist.
  • Urin regelmäßig leeren: er bestimmt den Takt, nicht die Feststoffe, und schlägt nach wenigen Tagen um.
  • Behälter von Hand reinigen: Wasser und Bürste genügen, Desinfektionsmittel stören die Mikroorganismen.
  • Lüfter freihalten: ein zugesetztes Gitter hebt die Entfeuchtung auf, und damit kippt die Rotte in Fäulnis.

Katzenstreu auf Bentonit-Basis ist ungeeignet, weil es klumpt und die spätere Kompostierung blockiert. Ebenso wenig gehören Streusalz, behandeltes Holz oder parfümierte Zusätze hinein: sie verbauen genau den Weg, den das Material danach nehmen soll.

Darf der Inhalt einer Komposttoilette auf den Gartenkompost?

Der Inhalt einer Komposttoilette gehört nicht auf den normalen Gartenkompost. Menschliche Fäkalien können Krankheitserreger und Wurmeier enthalten, die ein gewöhnlicher Haufen nicht zuverlässig abtötet, weil er die nötigen Temperaturen nicht über ausreichende Zeit hält.

Wer dennoch kompostieren will, braucht einen eigenen, geschlossenen Behälter, der nur dieses Material aufnimmt, und Standzeiten von mindestens zwei Jahren. Das Ergebnis darf danach an Zierpflanzen und Gehölze, nicht an Nutzpflanzen. Welche Bedingungen ein Haufen überhaupt erfüllen muss, damit Rotte stattfindet, steht im Beitrag über den Aufbau eines Komposts im Garten.

Der einfachere Weg führt über den Restmüll. In den meisten Gemeinden ist das der vorgesehene Entsorgungsweg für Feststoffe samt Einstreu, und verbindlich ist dabei immer die Abfallsatzung der Gemeinde. Urin wird stark verdünnt ins häusliche Abwasser gegeben.

Neben der Entsorgung entscheidet eine zweite Ordnung darüber, ob die Toilette überhaupt stehen darf.

Welche Regeln gelten für eine Komposttoilette im Kleingarten?

Im Kleingarten gelten die Gartenordnung des Vereins und die Satzung der Gemeinde. Viele Vereine erlauben Trocken- und Komposttoiletten ausdrücklich, weil sie kein Abwasser erzeugen, knüpfen die Erlaubnis aber an die Entsorgung und an die Bauweise der Laube.

Baurechtlich ist der zweite Punkt der heiklere. Mehrere Landesbauordnungen binden die Verfahrensfreiheit eines kleinen Gebäudes im Außenbereich daran, dass es keine Toilette, keinen Aufenthaltsraum und keine Feuerstätte enthält. Eine Laube, die genehmigungsfrei errichtet wurde, kann diese Voraussetzung verlieren, wenn später eine Toilette hineingestellt wird, und zwar unabhängig davon, ob sie spült oder nicht.

Vor dem Kauf lohnt deshalb ein Blick in zwei Dokumente statt in einen Prospekt: die Gartenordnung und die Bauordnung des Landes. Beide sind einsehbar, und beide entscheiden die Frage schneller als jede Produktbeschreibung.

Merke: Die Trennung von Urin und Feststoffen entscheidet über den Geruch, das Einstreu über die Rotte, und die Satzung über den Entsorgungsweg.