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Kompost anlegen: Standort, Schichtung und Reifezeit

Ein Kompost braucht drei Dinge: Luft, Feuchtigkeit in engen Grenzen und ein Verhältnis von grünem zu braunem Material, das die Mikroorganismen ernährt. Richtig angelegt liefert ein Haufen nach neun bis zwölf Monaten fertige Erde, falsch angelegt nach zwei Jahren eine nasse, riechende Schicht. Der Unterschied entsteht nicht beim Umsetzen, sondern am ersten Tag, bei der Wahl des Standorts und der ersten Schicht.

Offener Holzkomposter in einem Garten

Welcher Standort eignet sich für einen Kompost?

Ein Kompost steht halbschattig, windgeschützt und direkt auf gewachsenem Boden. Der Bodenkontakt ist die wichtigste Bedingung: über ihn wandern Würmer und Bodenlebewesen ein, und überschüssige Nässe kann versickern. Eine Platte oder Folie darunter verhindert beides.

Volle Sonne trocknet den Haufen aus, tiefer Schatten hält ihn kalt und nass. Unter einem Baum mit dichtem Laubdach entzieht die Wurzel dem Kompost zusätzlich Wasser und Nährstoffe. Ein Platz an der Nordseite einer Hecke oder hinter einem Schuppen trifft die Bedingungen meist am besten.

Der Abstand zur Grundstücksgrenze richtet sich nach dem Nachbarrecht des Landes und liegt in vielen Ländern bei einem halben Meter; bei größeren Anlagen auch darüber. Wer die Fläche davor plant, rechnet zusätzlich mit Platz zum Arbeiten: ohne Zugang von zwei Seiten lässt sich ein Haufen nicht umsetzen.

Welcher Komposter eignet sich für kleine Gärten?

In kleinen Gärten arbeitet ein geschlossener Thermokomposter besser als ein offener Haufen. Er hält die Wärme, braucht etwa einen halben Quadratmeter Standfläche und hält Ratten fern, verlangt dafür aber genauere Kontrolle der Feuchtigkeit, weil Regen nicht nachhilft.

Der offene Holzkomposter hat die Nase vorn, sobald Platz für zwei Kammern da ist: er lässt sich leichter umsetzen, verzeiht Fehler in der Mischung und kostet im Selbstbau wenig. Ein Schnellkomposter aus Kunststoff liefert seine beworbene Geschwindigkeit nur bei zerkleinertem Material und regelmäßiger Durchmischung, sonst verhält er sich wie jeder andere Behälter.

Steht der Platz, entscheidet die Reihenfolge des Materials über den weiteren Verlauf.

Wie wird ein Komposthaufen geschichtet?

Ein Komposthaufen beginnt mit einer groben Schicht aus Ästen und Zweigen von etwa 20 Zentimetern. Darüber wechseln sich grünes und braunes Material in dünnen Lagen ab, jeweils handbreit, nicht verdichtet. Die unterste Schicht sorgt für Belüftung von unten.

Grünes Material ist stickstoffreich und feucht: Rasenschnitt, Küchenabfälle, frisches Unkraut. Braunes Material ist kohlenstoffreich und trocken: Laub, Stroh, Häckselgut, Kartonstücke. Das Verhältnis liegt grob bei einem Teil grün zu zwei Teilen braun, und wer nur Rasenschnitt aufschichtet, erhält eine faulende Schicht statt Kompost.

Vier Fehler bestimmen in der Praxis darüber, ob die Rotte in Gang kommt, und drei davon passieren schon beim Anlegen:

  • Zu dicke Lagen Rasenschnitt: er verdichtet, schließt die Luft aus und beginnt zu faulen.
  • Kein Bodenkontakt: ohne Zuwanderung aus dem Boden fehlen die Organismen, die den Abbau tragen.
  • Zu trocken aufgesetzt: bei weniger Feuchtigkeit als in einem ausgedrückten Schwamm steht der Prozess still.
  • Nie umgesetzt: ohne Umschichten bleibt der Rand kalt und unverrottet, während die Mitte zusammenfällt.

Mit der richtigen Mischung steigt die Temperatur in der Mitte innerhalb weniger Tage auf 50 bis 60 Grad. Diese Hitzephase ist der Teil, der Unkrautsamen und viele Krankheitserreger abtötet, und sie erreicht nur ein Haufen mit genügend Volumen, etwa ab einem Kubikmeter.

Wann muss ein Kompost umgesetzt werden?

Ein Kompost wird umgesetzt, wenn die Temperatur in der Mitte deutlich fällt, meist nach sechs bis acht Wochen. Beim Umsetzen kommt das äußere, unverrottete Material nach innen, und der Haufen bekommt die Luft zurück, die er beim Zusammensacken verloren hat.

Einmal umsetzen genügt in den meisten Gärten und halbiert die Reifezeit gegenüber einem ruhenden Haufen. Wer dabei zu trockenes Material findet, gießt lagenweise mit der Kanne; wer nasse, verdichtete Stellen antrifft, mischt grobes braunes Material unter. Kompostbeschleuniger ersetzen weder das eine noch das andere, sie liefern Stickstoff, der bei richtiger Mischung ohnehin vorhanden ist.

Was gehört nicht auf den Kompost?

Nicht auf den Kompost gehören gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Knochen, Milchprodukte, Katzenstreu, Asche aus Kohle, behandeltes Holz und Pflanzen mit Pilzbefall. Sie ziehen Ratten an, bringen Schadstoffe ein oder überdauern die Rotte.

Die Begründung ist in jedem Fall dieselbe und hat nichts mit Reinheit zu tun. Ein Kompost ist ein Lebensraum mit einem bestimmten Nahrungsangebot; was dort nicht hineinpasst, verschiebt entweder das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff, bringt Fett in ein System ohne passende Organismen oder lockt Tiere an, die den Haufen durchwühlen. Asche aus unbehandeltem Holz ist der einzige Grenzfall mit Nutzen: in kleinen Mengen liefert sie Kalium, in größeren hebt sie den pH-Wert zu stark an.

Zitrusschalen und Bananenschalen aus konventionellem Anbau sind ein Grenzfall: sie verrotten, tragen aber Rückstände ein. Kleine Mengen fallen nicht ins Gewicht, regelmäßige Mengen schon. Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke gehören ebenfalls nicht hinein, wenn der Haufen die Hitzephase nicht sicher erreicht, weil sie sonst mit dem fertigen Kompost im ganzen Beet verteilt werden.

Ein Sonderfall steht neben diesen Stoffen, weil er immer häufiger auftaucht, seit Gartenhäuser ohne Wasseranschluss ausgebaut werden.

Gehört der Inhalt einer Komposttoilette auf den Gartenkompost?

Der Inhalt einer Komposttoilette gehört nicht auf den gewöhnlichen Gartenkompost. Menschliche Fäkalien können Krankheitserreger und Wurmeier enthalten, und ein Haufen im Hausgarten hält die Hitzephase selten lange genug, um sie sicher abzutöten. Für dieses Material gelten eigene Bedingungen.

Wer es dennoch kompostieren will, braucht einen getrennten, geschlossenen Behälter ausschließlich für diesen Zweck und Standzeiten von mindestens zwei Jahren; das Ergebnis darf danach an Zierpflanzen und Gehölze, nicht an Nutzpflanzen. Der übliche Weg führt stattdessen über den Restmüll, und verbindlich ist die Abfallsatzung der Gemeinde. Welche Bauarten es überhaupt gibt, worin sich Komposttoilette und Trenntoilette unterscheiden und wann sich ein fertiges Gerät gegenüber dem Selbstbau lohnt, behandelt der Beitrag zur Komposttoilette im Garten. Dort steht auch, warum die Trennung von Urin und Feststoffen über den Geruch entscheidet und welche deutschen Hersteller diese Technik entwickeln.

Für den Kompost selbst heißt das: er bleibt bei Garten- und Küchenabfällen pflanzlicher Herkunft. Damit ist auch die Frage beantwortet, wie lange er bis zur Reife braucht.

Wie lange braucht Kompost bis zur Reife?

Ein gut angelegter Kompost liefert nach neun bis zwölf Monaten reife Erde. Frischkompost ist bereits nach drei bis vier Monaten brauchbar, eignet sich aber nur zum Mulchen, nicht für Aussaat oder Topfpflanzen, weil er noch Nährstoffe bindet statt sie abzugeben.

Die Dauer hängt an drei Größen: der Zerkleinerung des Materials, dem Umsetzen und der Jahreszeit. Gehäckseltes Material verrottet schneller als ganze Zweige, ein einmal umgesetzter Haufen schneller als ein ruhender, und von November bis März steht der Prozess weitgehend still. Wer im Frühjahr aufsetzt und im Spätsommer einmal umschichtet, hat im folgenden Frühjahr fertigen Kompost.

Die Menge spielt dabei eine größere Rolle als die Pflege. Ein Haufen unter einem halben Kubikmeter verliert seine Wärme zu schnell an die Umgebung und verrottet auch bei perfekter Mischung nur langsam und kalt. Das ist der Grund, warum ein kleiner Garten mit wenig Anfall oft besser mit einem geschlossenen Behälter fährt als mit einem offenen Haufen, der nie genug Masse bekommt.

Zwei Haufen nebeneinander lösen das Problem der Wartezeit: einer wird befüllt, der andere reift. Diese Teilung ist der einzige Grund, warum ein Komposter im Garten mehr Fläche braucht, als die reine Menge vermuten lässt.

Woran ist reifer Kompost zu erkennen?

Reifer Kompost ist dunkelbraun bis schwarz, krümelig und riecht nach Waldboden. Einzelne Ausgangsstoffe sind nicht mehr zu erkennen, die Temperatur entspricht der Umgebung, und das Material fühlt sich feucht, aber nicht nass an.

Wer sichergehen will, macht den Kressetest: eine Schale mit dem Kompost füllen, Kressesamen aufstreuen, feucht halten. Keimen die Samen nach wenigen Tagen gleichmäßig, ist der Kompost reif; bleiben sie aus oder kümmern die Keimlinge, enthält er noch abbauende Stoffe und gehört zurück auf den Haufen.

Vor dem Ausbringen wird der Kompost gesiebt, üblich ist ein Durchwurf mit zehn bis zwanzig Millimetern Maschenweite. Was im Sieb bleibt, kommt als Starthilfe in den nächsten Haufen zurück, und damit beginnt der Kreislauf von vorn.

Merke: Bodenkontakt, dünne Lagen im Wechsel und ein Kubikmeter Volumen entscheiden darüber, ob die Hitzephase überhaupt zustande kommt.